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Mahn- und Gedenktreffen der Initiativgruppe Lager Mühlberg

08. 09. 2021

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Erinnern ohne aufzurechnen

Mahn- und Gedenktreffen der Initiativgruppe Lager Mühlberg

Neuburxdorf. Auch das 31. Mahn- und Gedenktreffen der Initiativgruppe Lager Mühlberg fand – wie schon die Veranstaltung im Vorjahr –pandemiebedingt nur mit eingeschränktem Programm statt. Doch immerhin fand es statt. „Wir sind froh, dass wir das Treffen nicht abgesagt haben“, sagte Pfarrer Matthias Taatz am Sonnabend in Neuburxdorf. Denn vieles könne man zwar nachholen, „aber das Erinnern hat keine Pause zu haben“, so der Vorsitzender der Initiativgruppe. Er freue sich, manches junge Gesicht unter den Teilnehmern zu sehen. „Der Kreis verändert sich über die Jahre“, reflektierte Taatz. „Man sieht Jüngere erst in Begleitung der Alten, später stellvertretend für sie.“ Wichtig sei, dass das Gedenken fortgeführt werde.

Mit einer Gedenkstunde am Mahnmal auf dem Friedhof in Neuburxdorf ehrten Vertreter der Initiativgruppe, des Landkreises Elbe-Elster, der Verbandsgemeinde Liebenwerda und ihrer Städte sowie des Ortsteils Neuburxdorf die Toten des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag IVB mit einer Kranzniederlegung. Im Anschluss daran erinnerte ein größerer Teilnehmerkreis unter dem Hochkreuz am ehemaligen Lager an die Opfer des sowjetischen Speziallagers Nr. 1 Mühlberg und an das Schicksal der hier Inhaftierten. Die Gedenkrede hielt der sächsische Abgeordnete des Europaparlaments Peter Jahr (CDU). Der Politiker lebt wie der Gründer und langjährige Vorsitzende der Initiativgruppe Eberhard Hofmann in Burgstädt bei Chemnitz und ist mit dem Lager Mühlberg und dem hier gepflegten Gedenken vertraut.

Dem Erinnern und Bewahren des Geschehenen vor dem Vergessen stellte Jahr in seiner Rede die Notwendigkeit zur Seite, sich Schuld nicht gegenseitig aufzurechnen. Diesem Gedanken habe sich die Initiativgruppe immer verpflichtet gefühlt. Und dieser Ansatz sei auch der Grund dafür, dass über den Massengräbern des ehemaligen Speziallagers gegen zunächst bestehende Vorbehalte ein würdiger Ort der Erinnerung entstehen konnte. Frei von gegenseitiger Aufrechnung sein soll auch der „Europäische Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus“, der vor einigen Jahren eingeführt wurde und auf den Peter Jahr verwies.

 

Text: Karsten Bär

 

Bild: Stadt Bad Liebenwerda

(Mahn Neuburxdorf): Am Mahnmal auf dem Soldatenfriedhof in Neuburxdorf gedachten die Teilnehmer der Toten des Kriegsgefangenenlagers.